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Häufige Fragen


 

Was sind Pneumokokken?


Pneumokokken sind Bakterien, die zu den häufigsten Verursachern von lebensbedrohlichen, bakteriellen Infektionen im Kindesalter sowie bei Menschen über 60 Jahren gehören. Ein besonderes Risiko haben dabei Säuglinge und Kleinkinder unter 5 Jahren.

 

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Welche Erkrankungen können Pneumokokken verursachen?


Pneumokokken können neben Lungenentzündung (Pneumonie) , Mittelohrentzündung (Otitis Media) auch bakterielle Gehirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Besonders gefährlich ist dabei die Gehirnhautentzündung und die mit einer Blutvergiftung einhergehende schwere Lungenentzündung. Kinder können an dieser schweren Pneumokokken-Infektion auch sterben oder Langzeitfolgen wie epileptische Anfälle, Taubheit oder geistige Zurückgebliebenheit davontragen.

 

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Warum sind besonders Kleinkinder durch Pneumokokken-Infektionen bedroht?


Das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern hat noch einige Defizite und reagiert in bestimmten Teilen anders als jenes von Erwachsenen. Pneumokokken sind Bakterien, die von einer Polysaccharid-Kapsel umschlossen sind. Kinder bis zum Ende des 5. Lebensjahres haben nur eine sehr eingeschränkte Fähigkeit, gegen derartige Bakterienkapseln Abwehrstoffe (Antikörper) zu entwickeln. Das ist auch der Grund für die vergleichsweise hohe Ansteckungsgefahr, die von den genannten Bakterien für diese Altersgruppe ausgeht und die besonders hohe Erkrankungshäufigkeit in den ersten 5 Lebensjahren.

 

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Können diese Krankheiten nicht einfach mit Antibiotika behandelt werden?


Pneumokokken-Infektionen sind zwar mit Antibiotika zu behandeln, bei schweren Infektionen kommt aber die Behandlung nicht selten zu spät. Ein Problem ist auch die zunehmende Unempfindlichkeit (Resistenz) der Pneumokokken gegen die üblichen Antibiotika. Antibiotika-resistente Pneumokokken-Stämme sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Ursache dafür liegt in dem weit verbreiteten Einsatz von Antibiotika, der dazu führt, dass diese Medikamente unwirksam werden. Es ist vorteilhaft, wenn Sie Ihr Kind durch eine Impfung schützen lassen, denn wenn es nicht erkrankt, dann benötigt es auch keine Antibiotika.

 


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Wie viele Menschen sterben an den Folgen einer Pneumokokken-Infektion?


WHO-Schätzungen gehen davon aus, dass Pneumokokkeninfektionen weltweit pro Jahr rund zwei Millionen Todesfälle verursachen, die Hälfte davon sind Kinder. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, da deren Immunabwehr noch nicht richtig ausgebildet ist, sowie generell alle Kinder mit geschwächtem Abwehrsystem. Je jünger Kinder von Pneumokokken-Infektionen getroffen werden, um so komplizierter und damit gefährlicher verlaufen die Erkrankungen.

 


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Kann ich etwas tun, um mein Kind zu schützen?


Die gute Neuigkeit ist, dass es nun eine Impfung gibt, die auch Säuglinge und Kleinkinder unter 5 Jahren effektiv vor gefährlichen Pneumokokken-Infektionen wie beispielsweise Gehirnhautentzündung, Blutvergiftung oder schwerer Lungenentzündung schützt. Auch die Zahl der durch Pneumokokken verursachten Mittelohrentzündungen kann durch die Impfung um rund 1/3 verringert werden.

 


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Warum impfen?


Impfstoffe haben in der Vergangenheit mehr Leben gerettet als irgendeine andere Gesundheitsmaßnahme. Schätzungen gehen davon aus, dass über drei Millionen Menschenleben jedes Jahr gerettet werden. Es könnten noch viele Millionen mehr sein, wenn alle Menschen weltweit entsprechend geimpft wären. Aber Impfstoffe retten alljährlich nicht nur Millionen von Leben. Impfstoffe schützen durch die vorbeugende Immunisierung gegen gefährliche Krankheiten Millionen Menschen vor Schmerzen, Leiden und sogar Körperbehinderung.

Darüber hinaus wird die Ausbreitung von Krankheiten gehemmt. Dank der Impfstoffe sind Epidemien, die früher Millionen Menschen getötet haben oder zu Behinderungen führten, in den meisten Ländern sehr selten geworden (wie z.B. Polio) oder konnten sogar ausgerottet werden (wie z.B. Pocken).

Nicht zuletzt helfen Impfstoffe der Antibiotika-Resistenz vorzubeugen, indem sie vor Krankheiten schützen, die sonst üblicherweise mit Antibiotika behandelt werden müssen. Durch den selteneren Gebrauch von Antibiotika kommt es bei den Krankheitserregern schwerer zu einer Resistenzbildung und die Antibiotika behalten so ihre Wirksamkeit bei.

 


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Wie wirken Impfstoffe?


Das Immunsystem ist die natürliche Verteidigung des Körpers gegen Angriffe fremder Organismen wie z.B. Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Menschen werden krank, wenn ihr Immunsystem einen Krankheitserreger nicht ausreichend bekämpfen kann. Impfstoffe sind Medikamente, die Menschen vor bestimmten Krankheiten schützen. Sie können aus abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, sowie aus Teilen solcher Erreger hergestellt werden.

Wenn nun ein Mensch geimpft (oder "immunisiert") wird, hat sein Körper die Möglichkeit den Erkrankungsfall durch den Impfkeim zu "trainieren". Diese "Training" geht mit der Produktion von schützenden Proteinen, sogenannten "Antikörpern", einher, die im Ernstfall dann sofort die eindringenden Krankheitserreger zerstören. Manche Impfstoffe helfen dem Immunsystem sogar sich über Jahrzehnte an einen bestimmten Erreger zu erinnern.

Dieses "immunologische Gedächtnis" erlaubt es den Abwehrzellen jederzeit und ohne Zeitverlust den Kampf gegen eine beginnende Infektion aufzunehmen. Ein geimpfter Mensch bemerkt nicht einmal, dass er soeben eine oft kritische Erkrankung sozusagen im Keim erstickt hat.

 

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Wie sicher sind Impfstoffe?


Die heutigen Impfstoffe unterliegen vor ihrer Zulassung strengsten klinischen Prüfungen. Jeder Produktionsschritt eines Impfstoffes wird genau überwacht und unterliegt einer Qualitätskontrolle. Fertige Produktionseinheiten (so genannte Chargen) werden von unabhängigen staatlichen Stellen geprüft und dürfen nur mit einwandfreiem Befund zum Verkauf freigegeben werden. Dennoch sind Impfstoffe Medikamente und jedes wirksame Medikament kann auch unerwünschte Wirkungen haben.

 


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Wie gut wird der Impfstoff gegen Pneumokokken vertragen ?

Der Pneumokokken-Impfstoff für Kleinkinder unter 5 Jahren wird im allgemeinen sehr gut vertragen und es kommt nur selten zu Nebenwirkungen wie Unleidlichkeit, Appetitmangel, Schläfrigkeit und Fieber, das nur sehr selten über 39 Grad liegt.

 


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Wann sollte ich mein Kind impfen lassen?

Die Verabreichung des neuen Pneumokokken-Impfstoffes ist ab einem Alter von 6 Wochen möglich. Säuglinge und Kleinkinder im Alter unter 6 Monaten erhalten 3 Impfdosen mit mindestens 1 Monat Abstand und im 2. Lebensjahr die 4. Dosis. Kinder im Alter von 7 - 11 Monaten erhalten 2 Dosen mit mindestens 1 Monat Abstand und die 3. Dosis im 2. Lebensjahr. Kinder im Alter von 12 - 23 Monaten erhalten 2 Impfdosen mit mindestens 2 Monaten Abstand.  Für Kinder zwischen 2 und 5 Jahren ist eine einzige Impfdosis ausreichend. Die allgemeine Impfempfehlung entnehmen Sie bitte aus dem aktuellen österreichischen Impfplan. Die Impfung kann gleichzeitig mit dem Sechsfach-Impfstoff erfolgen. Fragen Sie Ihren Arzt über das für Ihr Kind am besten geeignete Vorgehen.

 


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Wie viel kostet die Impfung?

Für "Risikokinder" ist die Impfung kostenfrei, für alle anderen gibt es laufend verschiedene Impfaktionen, in denen die Impfung kostengünstiger angeboten wird.

 


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Wer sollte sich impfen lassen?

Es ist sehr ratsam Säuglinge und Kinder gegen die Infektionskrankheiten impfen zu lassen, die in der Impfempfehlungen des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates für Österreich angeführt sind. Diese Impfempfehlung wird von einem Expertengremium alljährlich an die aktuellen Erfordernisse angepasst und ist als Impfplan im Mutter-Kind-Pass bzw. Mutter-Pass zu finden.

 

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Wo können Sie Ihr Kind impfen lassen?


Zu den Impfstellen zählen der Haus- oder Kinderarzt, Gesundheitsämter und reisemedizinische Beratungs- und Impfstellen sowie mitunter Spitäler und deren Ambulanzen.

 

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